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Gezielte Gymnastik für einen stärkeren Rücken
Immer mehr Menschen leiden unter Rückenproblemen. Ausreichend Bewegung ist Voraussetzung für eine starke Muskulatur und einen gesunden Rücken. Gymnastik kann helfen, den Rücken wieder ins Gleichgewicht zu bringen.Rückenschmerzen sind derzeit die zweithäufigste Volkserkrankung in Deutschland. 60-80% der Frauen zwischen 30 und 60 Jahren leiden an Rückenproblemen, bei Männern im gleichen Alter sind es 65 bis 70%. Jeden Tag haben 39% der Frauen und 31% der Männer Rückenschmerzen. Unsere Wirbelsäule ist zwar extrem flexibel und belastbar, wird aber bei mangelnder Bewegung und Fehlhaltung auch besonders sensibel. Eine starke Muskulatur ist die beste Möglichkeit, um Beschwerden langfristig vorzubeugen. Besonders Menschen, die viel sitzen (z. B. weil sie im Büro arbeiten), sollten gezielt Sport treiben, um eine Erkrankung der Wirbelsäule zu verhindern.
Gymnastik ist eine gut geeignete Möglichkeit, um in der Gruppe oder allein zu Hause Übungen für einen stärkeren Rücken zu machen. Diese gezielte Bewegungskultur stammt aus Griechenland und kann mit oder ohne Geräte wie Bällen oder Seilen betrieben werden. Verschiedene Richtungen wie Aerobic und rhythmische Gymnastik haben sich vor allem im 20. Jahrhundert herausgebildet. Jane Fonda machte Aerobic durch Videos gegen Ende der 60er Jahre weltberühmt. Heutzutage bieten immer mehr Sportvereine und Fitnessstudios gezielte Kurse an, die sich auf den Rücken konzentrieren. Da die positive Wirkung für den Rücken wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, unterstützen Krankenkassen diese Kurse häufig finanziell mit bis zu 200 Euro im Jahr. Wer dieses Angebot in Anspruch nehmen möchte, muss nachweisen, dass er den finanzierten Kurs regelmäßig besucht hat. Auch Ergotherapeuten bieten oft Rückenschulen und gezielte Unterstützung bei Rückenproblemen an. Wer chronische Schmerzen oder gar eine Fehlstellung hat, kann sich durch Krankengymnastik und Einzelbetreuung helfen lassen. Da Übungen hier gezielt an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden können, ist die Behandlung besonders effektiv. Idealerweise werden die eingeübten gymanstischen Bewegungsfolgen zu Hause zwischen den Unterrichtsstunden weiterhin geübt.
Medizinisch wird bei Rückenproblemen zwischen drei Arten, je nach Herkunft des Schmerzes, unterschieden: Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom), Brustwirbelsäulensyndrom (BWS-Syndrom) und Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS-Syndrom). Die häufigste Ursache für das HWS-Syndrom sind Wirbelblockierungen im Halsbereich. Schmerzen um Brustwirbelbereich treten seltener auf und werden oft als dumpf empfunden. Das Lendenwirbelsäulensyndrom ist oft Folge von Abnutzungserscheinungen im unteren Rücken. Je nach Art der Beschwerden können Patienten unterschiedliche Gymnastikübungen gezielt anwenden, um diesen Bereich zu stärken. Die Bewegungstherapie sollte in jedem Fall durch eine Verbesserung der alltäglichen Bewegungsabfolgen unterstützt werden. Häufig lassen sich Beschwerden zum Beispiel durch eine Verbesserung des Computerarbeitsplatzes lindern. Gymnastikbälle können auch hier zur Verbesserung der Haltung und Beweglichkeit eingesetzt werden. Eine ergonomische Tastatur und ein entsprechend angepasster Bildschirm helfen häufig ebenfalls, eine Fehlstellung der Nackenmuskulatur zu vermeiden.
